Firmengeschichte

 

Es waren die Zeiten der Entstehung der Bundesrepublik und der Währungsreform im Nachkriegsdeutschland als im Juli 1948 das Unternehmen Kaiser von Hugo und Erna Kaiser gegründet wurde.

 

Es war schon damals ein Fachgeschäft für Optik, Uhren und Schmuck. Hugo Kaiser hatte als Uhrmachermeister, Augenoptiker und Handgraveur die Leitung und Verantwortung dieser Geschäftsbereiche. Ein Teil des Geschäftes wurde aber von Erna Kaiser geleitet.
Es war die Abteilung des Hutgeschäftes Nr.1 in Seesen. Als Putzmachermeisterin fertigte sie bis in die 60er Jahre Hüte und Kopfbedeckungen an. Damals wurde zum Beispiel bei der Hochzeit vom Bräutigam noch Zylinder getragen.

 

Der Sohn der beiden, Helmut Kaiser, trat 1953 die Lehre zum Uhrmacher bei seinem Vater an. In der Tradition der Eltern, die beide Handwerksmeister waren, wollte er dem Beispiel folgen und das Geschäft einmal übernehmen. Bereits 1954 verstarb Hugo Kaiser und so musste Helmut Kaiser seine Lehre ohne seinen Vater fortsetzen. Er lernte nicht nur den Beruf des Uhrmachers und auch den des Augenoptikers, er machte in den darauf folgenden Jahren auch seine Meistertitel in beiden Berufen und übernahm das Unternehmen Kaiser. Seine Mutter blieb aber als Teilhaberin in der Firma und stand ihm mit Rat und Tat zur Seite.

 

Im Laufe der Zeit erwarb Helmut Kaiser auch Kenntnisse und Fertigkeiten als Goldschmied, wie auch schon sein Vater und stellte Schmuckstücke auch nach Kundenwünschen her.

 

In den 60er Jahren begann Helmut Kaiser mit der Hörgeräteakustik. Er lernte Hörgeräte anzupassen und verhalf damit vielen Seesenern nicht nur mit neuen Brillen zum besseren Sehen, sondern mit einem Hörgerät auch zum besseren Hören. Bis in die späten 90er Jahre war er der einzige Hörgeräteakustiker in Seesen und Umgebung.

 

1968 wurde das Geschäft komplett umgebaut und stark erweitert, um allen Geschäftsbereichen genügend Raum zu geben. Neue Gerätschaften, Maschinen und Werkzeuge wurden angeschafft und der Betrieb wuchs auch in der Mitarbeiterzahl. Es wurden drei Ausbildungen angeboten. Augenoptiker/in, Uhrmacher/in und Fachverkäufer/in. In den 70er und 80er Jahren waren die Lehrstellen mit jeweils einem Auszubildenden und die Fachbereiche Augenoptik und Uhren jeweils mit einem Gesellen besetzt. Zeitweise sogar mit einem zusätzlichen Umschüler Augenoptik/Uhrmacher. Mit den Fachverkäuferinnen und der späteren neuen Chefin waren es zeitweise bis zu zehn Menschen, die in der Firma tätig waren.

 

1971 kam dann die besagte neue Chefin in das Unternehmen Kaiser. Brunhilde Zibner, Uhrmacherin und Augenoptikerin heiratete im selben Jahr Helmut Kaiser und bereicherte die Firma um ihr Wissen und ihre Fertigkeiten in allen Geschäftsbereichen. Sie übernahm die Leitung der Ausbildung zum Uhrmacher/in und zum Fachverkäufer/in Uhren Schmuck, übernahm die Buchhaltung und war in der Optikabteilung für die Kunden immer gerne da. Die gebürtige Ostpreussin machte ihre Lehre in Elmshorn und ging zur staatlichen Uhrmacherschule Hamburg Altona. Sie war unter anderem auf Helgoland beim bekannten Juwelier Henry Kaufmann jahrelang tätig und kam über Soltau dann mit ihren wertvollen Erfahrungen nach Seesen wo sie bis kurz vor ihrem Tode Ende 2011 noch gern für ihre Kunden da war.

1973 verstarb Erna Kaiser und ihr Sohn Helmut übernahm zusammen mit seiner Frau Brunhilde das Fachgeschäft und sie führten es gemeinsam weiter.

 

1977 wurde dann das Geschäft ein weiteres Mal umgebaut und modernisiert. Wie schon in den 60er Jahren wurden wieder die neuesten Geräte und Maschinen angeschafft, um zum Beispiel die Brillen noch präziser zu fertigen oder die Uhren noch feiner justieren zu können. Auch die Ladeneinrichtung und Mess- und Prüfgeräte für die Brillen- und Hörgeräteanpassung wurden auf den neuesten Stand gebracht. Dies war stets der Anspruch, den Helmut Kaiser und seine Frau Brunhilde an ihr Geschäft hatten. Außerdem eröffneten sie im selben Jahr ein Zweitgeschäft in Hannover an der Apostelkirche, welches bis heute erfolgreich weitergeführt wird.

 

1980 erweiterte Helmut Kaiser sein Geschäft um einen weiteren Bereich und auch Verkaufsraum. Seesens erste Sternwarte und die erste Sternwarte dieser Größenordnung in einem weiten Umkreis. Er bot nicht nur Teleskope der Firma Celestron an, sondern auch kostenlose Sonnen- und Sternenbeobachtung für Jedermann. Oft waren auch ganze Schulklassen bei ihm zu Gast und schauten nacheinander durch das große Spiegelteleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 50 cm.

1991 wurde das Geschäft ein weiteres Mal umgebaut und modernisiert. Neueste Computertechnik mit Netzwerk kam zum Einsatz und wieder neueste Optikmaschinen wie zum Beispiel den ersten Formscheibenlosen Schleifautomaten in Seesen.

 

1994 begann Helge Kaiser, der Sohn von Helmut und Brunhilde Kaiser, seine Lehre zum Augenoptiker. Er schloss eine Ausbildung zum Goldschmied an und vervollständigte seine Berufsausbildung mit einem Studium zum staatlich geprüften Augenoptiker und Augenoptikermeister an der Höheren Fachschule für Augenoptik Köln. 1998 feierte die Firma Kaiser ihr 50 Jähriges Firmenjubiläum. Zur gleichen Zeit ging Helmut Kaiser mit dem Unternehmen Gerland aus Hildesheim eine Kooperation ein um die Hörgeräteabteilung auszulagern und weil er durch eine Krankheit seine Stimme zeitweise fast verlor.

 

2002 verstarb Helmut Kaiser und so führte zunächst seine Frau Brunhilde und ab 2004 dann zusammen mit ihrem Sohn Helge das Geschäft weiter. 2005 wurde dann wieder umgebaut und modernisiert. Brunhilde Kaiser und ihr Sohn Helge ließen das Geschäft wesentlich kundenfreundlicher und heller gestalten. Es wurden nach alter Firmenphilosophie wieder alle Maschinen und Geräte auf den neuesten Stand der Technik gebracht. So arbeitete man bei Kaiser schon sein über 30 Jahren mit Carl Zeiss zusammen und somit wurde auch das neueste Sehtestgerät Polatest E2 und das neueste Zentriermesssystem RTV-Terminal angeschafft. Bis heute sind diese Geräte Stand der Technik. Es gibt kein neueres Sehtestgerät für subjektive Augenglasbestimmung von Zeiss. Auch ein CNC-Schleifsysthem für Brillengläser nach neuestem Stand wurde angeschafft.

 

Die ständige Weiterentwicklung in den Bereichen Optik und Hörgeräteakustik machten auch ständige Investitionen in neueste Maschinen und Geräte nötig, was bis heute so geblieben ist. Aber auch die angebotenen Produkte wurden und werden im Unternehmen Kaiser stets auf den technischen und modischen Höchststand gebracht. Uhren, Schmuck und Brillen werden immer in topaktuellen Kollektionen angeboten. Das ist stets das Bestreben des Firmeninhabers.

 

Seit 2012 führt Helge Kaiser das Geschäft alleine weiter. Fach-, Mode- und Sozialkompetenz sind wie seit jeher in der Firmengeschichte auch bei dieser dritten Generation die drei Säulen, auf die das Unternehmen aufbaut.

 

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